Mein Besuch des Janssen-Stammhauses in Beerse 28.11.2017

Autorin: Christina Schulat - 3. Semester Heath Care Management - Janssen

Im Rahmen unseres 3-jährigen Studiums bei Janssen, haben wir die Möglichkeit, einmal den Standort Beerse in Belgien zu besuchen. Beerse ist unser Stammhaus. Im Jahre 1953 wurde Janssen dort von Dr. Paul Janssen gegründet, der unsere Philosophie maßgeblich geprägt und selbst einen großen Beitrag zur Erforschung innovativer Arzneimittel geleistet hat. Bei unserem Besuch erhalten wir Einblicke in die Forschung & Entwicklung, die Produktion sowie die Lagerlogistik. Eine der Aufgaben unserer Mitarbeiter in Neuss ist es, unsere Arzneimittel auf dem deutschen Markt zu vertreiben. Dies umfasst verschiedenste Abteilungen, wie beispielsweise Market Access, Pricing & Marketing. Da wir mit der Entwicklung unserer Produkte aber nur wenig Berührungspunkte haben, war es umso interessanter, einmal miterleben zu dürfen, wo der Ursprung unserer täglichen Arbeit liegt.

Der Tag beginnt früh morgens auf unserem Campus in Neuss. Nachdem alle mit Brötchen und Obst aus der Kantine versorgt sind, geht es mit dem Bus los Richtung Belgien. Auf der ca. 3-stündigen Fahrt bietet sich die Möglichkeit, sich mit anderen Kollegen auszutauschen. Unsere Gruppe ist bunt gemischt. Zum Teil neue Mitarbeiter, die gespannt darauf warten, den Standort Beerse kennenzulernen sowie einige „alte Hasen“, die uns mit ihren Erfahrungen aus den letzten Jahren einen Vorgeschmack geben, was uns erwartet.


Endlich angekommen, bemerken wir schnell, dass uns nicht zu viel versprochen wurde: Der Campus in Beerse ist riesig und wirkt fast wie eine kleine Stadt. Zwischen den unzähligen Gebäuden bewegen sich die Mitarbeiter mit Fahrrädern, um auf den teils langen Wegen Zeit zu sparen. Es scheint mir, als sei es gut möglich, dass sich der ein oder andere Mitarbeiter auch mal auf dem Gelände verirrt.


Nach einem kurzen Einstiegsfilm über Janssen und den Standort geht es los mit der Führung. Wir besichtigen das Lager und die Produktion. Hygiene hat hier höchste Priorität, daher müssen zunächst alle Teilnehmer Schutzkleidung anlegen. Da nun alle gleich aussehen, hoffe ich, meine Gruppe nicht zu verlieren, denn den Weg zurück würde ich hier ganz sicher nicht finden.


Wir durchlaufen den Produktionsprozess in chronologischer Reihenfolge. Alles beginnt mit dem Wareneingang. Alle Inhaltsstoffe, die letztendlich in unseren Produkten verarbeitet werden, werden hier angeliefert und einer Qualitätskontrolle unterzogen.


Danach folgt das Abwiegen der Inhaltsstoffe. Dies geschieht von Hand, auf das Milligramm genau. Schließlich wird alles in riesigen Behältnissen verarbeitet und maschinell in die passende Form gebracht. Anschließend folgt die Verpackung des Produktes. Wir können beobachten, wie tausende Nasensprayflaschen befüllt, versiegelt, etikettiert, überprüft, verpackt und auf Paletten verstaut werden. So werden sie dann bis zur Auslieferung zwischengelagert. Diese Charge wird sich auf den Weg nach China machen.


Nach der Produktion geht’s weiter mit der Besichtigung des Lagers. Die Logistikleistung ist beeindruckend. Auf einer Fläche von mehreren Fußballfeldern hat hier jede Palette auf mehreren Stockwerken seinen festen Platz. Die Ein- und Auslagerung geschieht mit Hilfe von Robotern. Diese arbeiten so zielstrebig, dass ich mich ihnen lieber nicht in den Weg stelle.


Nach dem leckeren Mittagessen in der riesigen Kantine besuchen wir die Labore. Dort arbeiten Biologen und Chemiker täglich daran, passende Molekülstrukturen für neue Präparate zu entwickeln. Der Weg von einem Molekül bis hin zu einem fertigen Arzneimittel ist lang: Wir erfahren, dass etliche Arbeitsschritte notwendig sind, um letztendlich einen Wirkstoff zu erhalten, der überhaupt zur Anwendung beim Menschen geeignet ist. Und selbst dann ist man von einem marktreifen Medikament noch weit entfernt, denn zunächst müssen u.a. klinische Studien durchlaufen werden.


Zum Abschluss bekommen wir einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte und die Produktpipeline. Ich bin gespannt, ob mir eines dieser zukünftigen Produkte vielleicht irgendwann einmal begegnen wird, wenn es darum geht, den medizinischen Nutzen zu belegen oder ein Marketingkonzept zu erstellen.


Unser Tag in Beerse war eine tolle Erfahrung. Interessante Einblicken in die Forschung und Entwicklung und die Produktion waren nützlich. Ich konnte dadurch mein allgemeines Verständnis eines forschenden Pharmaunternehmens vertiefen und einen stärkeren Transfer von Theorie zu Praxis zu vollziehen. Darüber hinaus hat mein Besuch in Beerse mir geholfen, mich intensiver mit der Philosophie Janssens zu identifizieren. Unsere Vision ist dort spürbar: „Wir denken Gesundheit gemeinsam weiter. Für den Patienten und unsere Gesellschaft.“