Eleganter Übergang
Mehr als jedes dritte Kind in Deutschland ist chronisch krank und benötigt eine Spezialbehandlung. Mit der Volljährigkeit und dem rechtlich vorgeschriebenen Arztwechsel wird diese oft zu lange unterbrochen. Das Berliner Transitionsprogramm der DRK-Kliniken Berlin begleitet die jungen Erwachsenen in dieser Übergangszeit. Dafür erhielt die Initiative den Janssen Zukunftspreis 2010.
Kinder gehen zum Kinderarzt, Erwachsene zum Hausarzt. Der Übergang vom einen zum anderen erfolgt irgendwann zwischen dem 18. und 20. Lebensjahr – wenn sich der junge Erwachsene bei einer akuten Erkrankung einen neuen Arzt sucht. Doch was ist eigentlich mit denjenigen, die an einer chronischen Krankheit wie Epilepsie leiden? Mit der Volljährigkeit verlieren sie von einem Tag auf den anderen den Kontakt zu dem Arzt, der sie ein Leben lang begleitete. Es besteht die Gefahr, dass es zu einer Unterbrechung der Behandlung kommt, die eine langjährige Therapie in kurzer Zeit zunichte machen kann. In der Praxis ist das keine Seltenheit: 40 Prozent der chronisch Kranken in Deutschland im Alter zwischen 18 und 21 Jahren kümmern sich nicht darum, dass ihre Behandlung kontinuierlich weitergeführt wird.
Gut betreut bis ins Erwachsenenalter
Als erstes Projekt in Deutschland hat sich das Berliner Transitionsprogramm der DRK Kliniken Berlin – mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung – dieser Versorgungslücke angenommen. Seit 2009 begleitet es Jugendliche aus Berlin und Brandenburg mit Diabetes Mellitus Typ 1 und Epilepsie in der wichtigen Übergangszeit.
Kernelemente des Programms sind Transitionsgespräche zwischen dem Patienten und einem Spezialisten. Besprochen werden systematisch fünf Lebensbereiche, die für einen erfolgreichen Übergang wichtig sind. Denn ob der Wechsel in die Erwachsenenmedizin gelingt, hängt in diesem Alter auch mit der persönlichen Reife und dem familiären und sozialen Umfeld zusammen. Ist der Patient bereit, Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen? Kennt er die Anlaufstellen bei Behörden oder Krankenkassen? Wie kommt der junge Erwachsene mit seiner Krankheit im Alltag zurecht? Bestehen Defizite, organisieren die Experten des Transitionsprogramms Hilfsangebote. Das können gemeinsame Sprechstunden von Kinder- und Jugendspezialisten und Erwachsenenspezialisten oder auch Fallkonferenzen mit allen behandelnden Ärzten und Therapeuten sein. Den Patienten steht zudem ein Fallmanager zur Seite. Er hilft bei der Organisation notwendiger medizinischer Maßnahmen, erinnert an Termine und unterstützt den Jugendlichen vor allem bei der Suche nach weiterbehandelnden Erwachsenenmedizinern, Anlaufstellen für gesetzliche Hilfen sowie Informations- und Schulungsmöglichkeiten.
Modell für ganz Deutschland
Ein zukunftsträchtiges Konzept, fand die Jury des achten Janssen Zukunftspreises. Sie würdigte das Projekt mit einer von drei gleichwertigen Auszeichnungen und lobte: „Die Initiatoren haben die vorliegenden internationalen Erkenntnisse zur Transition in einen konkreten Aktionsplan überführt. Vorbildlich, wie das Berliner Transitionsprogramm dabei das Problem auf gleichermaßen systematische wie individuell patientenorientierte Weise angeht.“ Vielleicht macht die Idee bald deutschlandweit Schule: Das Berliner Transitionsprogramm wird bereits von einigen Krankenkassen finanziert und soll auf weitere Regionen und Erkrankungen ausgeweitet werden.
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www.janssen-deutschland.de
Der Janssen Zukunftspreis
Bereits seit 1997 prämiert Janssen aus der Johnson & Johnson Family of Companies alle zwei Jahre drei herausragende Gesundheitsprojekte mit dem Janssen Zukunftspreis. Eine Jury aus unabhängigen Experten zeichnet Initiativen aus, die Versorgungs-lücken schließen. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird auch 2012 wieder vergeben. Die Projekte können sich nicht selbst bewerben, sondern werden unabhängig ausgewählt.
- 1Unsere Werte
- 1.1Mission
- 1.2Unser Credo
- 1.3Storys
- 1.3.1Verantwortungsvoll produzieren
- 1.3.2Gesund im Job
- 1.3.3Never Stop moving
- 1.3.4Schneller rauchfrei
- 1.3.5Eleganter Übergang
- 1.3.6Mitten im Leben
- 1.3.7Babyhaut schützen
- 1.3.8Kleine Watte, große Wirkung
- 1.3.9Safe Kids
- 1.3.10Adipositas
- 1.3.11Sanft schlummern
- 1.4Engagement
- 1.5Management
